Für manch einen ist es eine Qual, für den anderen ein tagtägliches Unterfangen. Man kann damit einen perfekten Ausgleich zum stressigen Alltag schaffen, einem Hobby nachgehen, seine Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit steigern und das körperliche Wohlbefinden und die Gesundheit unterstützen. Die Rede ist natürlich vom Sport.
So hat es mich auch nach meiner – vom jugendlichen Leichtsinn geprägten – dennoch relativ ruhigen Pubertät erwischt. Die Sucht nach der Bewegung.

An einem sonnigen Nachmittag am 27. August 2008 hatte ich ein folgeschweres Erlebnis – Ich habe mich verliebt. Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass ich später einmal Diätologe sein werde und man mir vorwirft, dass ich alles gut fände, was rank und schlank sei. Dem war allerdings so: schlanke 23mm reichten, um mein Herz zu erobern. So „dick“ waren Schwalbe-Reifen des Rennrads meines Vaters. Sofort gefiel mir das Verhältnis von Geschwindigkeit zu Kraftaufwand, das man beim Rennradfahren benötigt und der Wunsch nach stetig schnelleren und weiteren Ausfahrten wurde zunehmend größer.

Dieser Wunsch blieb natürlich im Laufe der Zeit bestehen und ich versuchte jedes Mal meine Durchschnittsgeschwindigkeit ein bisschen zu steigern. Umziehen – Aufs Rad – VOLLGAS – Vom Rad runterfallen und duschen. So lautete die Devise für die nächsten Jahre. Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Oberschenkel schmerzten als ich nach einem solchen „Training“ die Treppen runtergehen musste. Am liebsten wäre ich einfach stehen geblieben – das dachte sich vermutlich auch meine Leistungsfähigkeit. Mehrere Jahre dieser Qual vergingen, ohne dass meine Beine signifikant mehr leisten konnten – auch trotz einem gesteigerten Trainingsumfang.

Bei niedrigerer Intensität kann man auch den Ausblick mehr genießen

Bei niedrigerer Intensität kann man auch den Ausblick mehr genießen

Wie so oft in meinem Leben passiert genau das, was passieren muss… Als ich in Bad Gleichenberg zu studieren begann, eröffnete sich für mich die Welt der Trainingslehre. Im Fachhochschul-Gebäude befindet sich nämlich auch das sportwissenschaftliche Labor der FH JOANNEUM – kurz SpoSCilab. Hier kann man alles finden, bestimmen und austesten lassen – was das „Sportlerherz“ begehrt.

Überlappung, Kontrolle und Auswertung der biometrischen Parameter

Überlappung, Kontrolle und Auswertung der biometrischen Parameter

Aus Faulheitsgründen und simplen Unwissen hatte ich mich bis dato nie mit der Trainingslehre beschäftigt, was mir – im Nachhinein betrachtet – potentiell wichtige Trainingsjahre gekostet hatte.
Ich erfuhr also nun zum ersten Mal vom Schwellentraining. Aerob und anaerob, Trainingsbereiche, Trainingsintensität ergänzten nun meinen Wortschatz (zusätzlich zu VOLLGAS).

Spirometrische Aufzeichnung

Spirometrische Aufzeichnung

Wissbegierig konnte ich die Tipps zum Training verinnerlichen und auch dementsprechend umsetzen. Um die passende Trainingsintensität zu finden machte ich einen Stufentest inklusive Bestimmung meiner Blutlaktatkonzentration, spirometrischer Parameter und natürlich der Herzfrequenz.
Ein sehr faires Unterfangen für Sportler jeder Art – da jeder genau gleich viel leiden muss. Man startet (egal ob Laufband oder Ergometer) bei einer niedrigen Intensität und diese wird schrittweise gesteigert, bis das Leistungsmaximum erreicht ist.

Christian Graber bei der Ergometrie im SpoSciLab

Da ging es noch relativ einfach…

Durch die Auswertung der jeweiligen Parameter kann anschließend die passende Trainingsintensität abgeleitet werden. Wenn man sich dann danach halten kann steht einem zielführenden Training nichts mehr im Wege und in der Tat konnte ich seitdem Jahr für Jahr einen deutlichen Leistungsanstieg verzeichnen. Jahrelange falsche Trainings haben mich zum Glück nicht davon abgehalten etwas Neues auszuprobieren und letzten Endes doch eine gesündere und zufriedenstellende Hobbyleistungssportlerkarriere zu beginnen.

Unter anderem in der Auswertung zu finden: Die Herzfrequenzbereiche (natürlich auch für Watt)

Unter anderem in der Auswertung zu finden: Die Herzfrequenzbereiche (natürlich auch für Watt)

 

Written by: christian

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