Im Jahre 2009 glaubte ich, mit ca. 350 Straßenkilometern und ebenso vielen Kilometern auf der Trainingsrolle schon recht „sportlich“ zu sein und so kam es dazu, dass ich zu Ostern 2010 – knapp 1,5 Jahre nach meiner ersten Fahrt auf einem Rennrad – beschloss, in den Urlaub zu radeln.
Da man so etwas nicht ohne Vorbereitung machen sollte beschloss ich, nach einem sehr verkaterten Aschermittwochsmorgen: „Jetzt bleib ich für längere Zeit mal trocken!“

Ohne religiösen Hintergrund versuchte ich, wie so viele, meine Laster für die kommenden 40 bzw. 46 Tage der Fastenzeit abzulegen und stoppte mit sofortiger Wirkung jegliche Alkohol-, Nikotin-, und Süßigkeitenzufuhr. Gleichzeitig – und ohne jeden Plan von der Trainingslehre begann ich täglich mindestens eine Stunde zu trainieren.
Kurz vor erfolgreicher Beendigung der Fastenzeit war es nun so weit: Meine erste Radreise. Das Ziel war die Stadt Krk in Kroatien.

Ohne mich irgendwie im Radreise-Milieu auszukennen und ohne je daran gedacht zu haben, dass sowas eigentlich schon Mehrere vor mir gemacht haben, die ich um Auskunft bitten hätte können, startete ich mein Vorhaben. Mit einem DIN-A4 Zettel einer Google-Maps Karte, die mir den Weg von A nach B weisen sollte und einem eigenhändig reparierten, ehemals kaputten, Mountainbike meiner Mutter inklusive 22kg Gepäck in billigsten Packtaschen machte ich mich also auf den Weg gen Süden. Das einzige Ziel, war das Ziel zu erreichen.

Christian Grabers erstes Tourenfahrrad, mit dem er - ohne Wissen über die korrekte Sporternährung - nach Krk, Kroatien fuhr.

Der erste Prototyp eines Tourenrades

In vier Tagen führte mich die Route – wie ich es gern habe – ausschließlich über Straßen durch das schöne Slowenien bis hin nach Kroatien. Blöd nur, dass ich währenddessen eine Lektion nach der anderen auf die harte Tour lernen musste. Die wichtigsten waren…
1.) Regenschutz ist essentiell
2.) Dein Körper spielt nur dann mit, wenn du ihn gut behandelst und versorgst
3.) Wenn man etwas erreichen will, kann man es schaffen – vorallem mit der Unterstützung anderer

Schon am zweiten Tag, dem Regnerischsten, beschloss ich nach ca. 20km nach Hause anzurufen, um mich abholen zu lassen, da meine damals noch besorgte Mutter sagte, dass sie mich immer abholen würde – egal wann, egal wo. Erneut musste ich eine Lektion lernen…
Mit den Worten: „Wenn du das jetzt nicht durchziehst, dann probierst du so etwas sicher nochmals – und das will ich nicht“ wurde ich abgewimmelt und so beschloss ich ohne richtigen Regenschutz im strömenden Regen weiterzufahren.

Und so kam es, dass ich am Ende des vierten Tages, kurz vor Erreichung meines Ziels aufgrund der Dunkelheit und der fehlenden Nacht-Ausrüstung ca. einen Kilometer nach Erreichen der Insel Krk, das Handtuch warf. Mit einem schmerzenden Hinterteil und Sehnenscheidenentzündungen in beiden Achillessehnen ließ ich mich, von meinem ebenso Urlaub machenden besten Freund in die Stadt Krk chauffieren. Dieser meinte gehört zu haben, dass ich so etwas aufgrund der Schmerzen nie wieder tun wollte.

Neues Jahr – neues Glück

Im Jahre 2011 wollte ich es dennoch nochmals wissen… Erneut startete ich gen Süden. Selbes Ziel – selber Weg, nur dieses Mal mit weniger Gepäck und dem Rennrad meines Vaters. Nach drei Tagen, konnte ich meine Tour direkt in der Stadt Krk als erfolgreich beendet ansehen, was die große Frage aufwarf: What comes next?

Written by: christian

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