Die Anzahl der Angebote an Diäten und Abnehm-Programmen, mit denen das Körpergewicht reduziert werden soll, ist unüberschaubar groß. Gibt man den Begriff „Diät“ beispielsweise in die Suchmaschine Google ein, erhält man ungefähr 13.200.000 Resultate.
Kein Wunder also, dass Personen, die eine für sie geeignete Methode suchen, oftmals überfordert und sehr verunsichert sind. Um aus den unterschiedlichen Diäten zur Gewichtsreduktion eine sinnvolle Auswahl treffen zu können, sollte man ihre verschiedenen Ansätze kennen.

Diät-Dschungel

Christian Graber fragt euch, ist Zucker eine Kalorienbombe, oder auch eine wertvolle Zutat für die ideale Ausdauer bei der Sporternährung, sodass man die Leistung steigern kann?

Ist Zucker der Übeltäter?

Ob Hollywood-Diät, 10 in 2, Low-Carb oder Weight Watchers – Die „richtige“ Diät zu finden, ist für viele Abnehmwillige so schwer wie das Abnehmen selbst. Eine vollständige Übersicht über alle Diäten, die bisher in irgendeiner Art und Weise veröffentlicht wurden, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Denn: Diätlügen boomen wie eh und je! Zuerst war der Zucker schuld, dann das Fett, zuletzt waren es die „bösen“ Kohlenhydrate – die Liste der angeblichen Dickmacher ist lang. Die neuesten Erkenntnisse im Bereich der Ernährungswissenschaft, gepaart mit zum Teil abenteuerlichen Behauptungen unseriöser Diätanbieter, verunsichern Abnehmwillige in zunehmenden Maßen.

So ist zum Beispiel Kalorienzählen zwar noch nicht ganz out, aber zumindest ziemlich altmodisch geworden. Offensichtliche Misserfolge wie beispielsweise der Jojo-Effekt und wissenschaftlich begründete Kritik mögen hier ihre Wirkung gezeigt haben. Lieber werden heutzutage beispielsweise Streichhölzer als „Joker“ für Süßigkeiten eingesetzt, die Kohlenhydrate komplett vom Speiseplan verbannt, oder es wird strikt nach säure- und basenbildenden Lebensmitteln getrennt. Ob sich damit allein zufriedenstellende dauerhafte Erfolge in der Gewichtsreduktion einstellen, mag bezweifelt werden.
Diäten halten in der Regel nicht annähernd was sie versprechen: Oft werden Abnehmwillige nur noch mehr krank als schlank.

Anhand dieser Süßigkeiten kann man sehen wovon Christian Graber immer redet. Kalorien zu zählen macht wenig Sinn, vorallem dann, wenn man Sportler ist, oder einfach nur Lust auf etwas Süßes hat

Die süße Verführung

Das Geschäft mit den Kilos

Auch Kommunikationssysteme, die auf der elektronischen Datenverarbeitung basieren, erobern zunehmend den Markt der Diätangebote. Die Teilnehmer werden zu Hause „individuell“ vom zentral gesteuerten Computerprogramm betreut, das Ernährungsprotokolle auswertet, daraus Empfehlungen ableitet und Verhaltenstipps gibt. Ein schnelles und gutes Geschäft! Denn ist der PC einmal mit den entsprechenden Daten gefüttert, können ohne g
roßen Aufwand massenhaft Abnehmwillige „beraten“ werden. Ob hier wirklich das vorrangige Ziel der dauerhafte Erfolg bei der Gewichtsreduktion ist, und nicht doch eher die Bekanntheit bei der großen Bevölkerungsmasse zu steigern, scheint fragwürdig.

„Risikofaktor Übergewicht“

Bei der Bewertung von Reduktionsdiäten muss man sich klar vor Augen halten: Es geht auch hier um ein lukratives Geschäft – leider nicht zugunsten des körperlichen und seelischen Wohlbefindens vieler Menschen.
Auf der einen Seite wird in unserer Gesellschaft über Medien ein übertriebenes Schlankheitsideal geschürt. Auf der anderen Seite produziert die Ernährungsindustrie eine Vielzahl von Produkten, die genau diesem Ideal entgegenwirken. „Fettarm-„, „Fitness-“ oder „Diät-“ – egal welches Attribut zahlreiche Produkte schmückt, alle suggerieren kalorienreduzierte Nahrungsmittel, mit deren Hilfe man leichter abnimmt ohne hungern zu müssen. Doch diese „Light“-Produkte dienen letztlich dem Geschäft, denn sie stellen ebenfalls keine Lösung von Gewichtsproblemen dar. Oftmals bleiben Nährstoffdichte und Gesundheitswert der Lebensmittel auf der Strecke. Das Schlankheitsideal und die Angst vor gesundheitlichen Schäden durch den Risikofaktor Übergewicht motivieren die Betroffenen dazu, endlose Abnehmversuche durchzuführen, überteuerte Diät-Produkte und unzählige Zeitschriften oder Ratgeber mit den allerneuesten Diätversprechungen zu kaufen. Allerdings wird dadurch nur die Geldbörse schlanker – diese beleben in erster Linie wiederum die Wirtschaft. Die Hauptursache – nämlich ein falsches Ernährungsverhalten – wird damit nicht aus dem Weg geschafft.
Fazit: Das Geschäft blüht, das Heer von Übergewichtigen – und damit potentiell Abnehmwilligen – wächst.

Aus der Traum vom Traumkörper?

Die erfolgreichsten Gewichtsreduktionsprogramme sind jene, die keine Wunder versprechen, sondern die drei Bereiche Ernährung, Bewegung und Verhalten allesamt berücksichtigen. Gesunde Methoden zur Gewichtsreduktion setzen auf Langfristigkeit und Flexibilität, denn wissenschaftlich erwiesen ist, dass ein Normalgewicht am ehesten mit einer ausgewogenen, energiereduzierten Mischkost erreicht wird. Eine vitale Ernährung ist einfach durchzuführen, da weder Kalorienzählen noch Lebensmittel-Waagen nötig sind. Ziel ist ein Genuss ohne Reue, wo Essen keine „Sünde“ mehr ist.

Fast Food muss nicht immer ungesund sein, gleich wie süße Desserts. Sie können ebenso gesund wie auch fruchtig sein.

Genuss ohne Reue

Voraussetzung ist die Eigeninitiative

Wer dem Übergewicht zu Leibe rücken will, steht vor dem Problem, dass meist mehrere Faktoren gleichzeitig ursächlich sind. Ob Genetik, fetale Programmierung, Lebensstilgewohnheiten – Welche Faktoren wie viel Einfluss haben, darüber lässt sich streiten. Die Erfahrungen bei der Reduktion von Übergewicht zeigen jedenfalls, dass meist eine ganze Kette aus Veranlagung kombiniert mit physiologischen, psychologischen und soziologischen Aspekten zusammenspielt. Dies macht Patentrezepte unmöglich. Eine echte Chance, die Kilos dauerhalt purzeln zu lassen, ist nur dann gegeben, wenn der oder die Betroffene selbst – unter fachkundiger und liebevoller Begleitung – auf die Suche nach dem persönlichen richtigen Weg geht und sich langfristig auf eine Änderung seines Verhaltens und seiner Lebensweise einlässt.

Katharina Haslinger hat mit Christian Graber an der selben Universität Diätologie studiert, beide sind nun freiberufliche Diätologen

Mag. Katharina Haslinger, BSc

Autorin: Mag. Katharina Haslinger, BSc; Diätologin aus Aflenz, www.diaetologin-haslinger.at; office@diaetologin-haslinger.at

Written by: christian

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