Um die Frage – ob BIO nun gesünder sei – beantworten zu können, muss man zunächst das Wort „gesünder“ definieren.
Reicht es aus, eine Lebensmittelgruppe als gesünder zu definieren, wenn diese weniger gesundheitsschädigende Stoffe beinhalten, reicht es, wenn diese Lebensmittel mehr gesundheitsfördernde Stoffe beinhalten oder ist es nur dann ausreichend, wenn durch Studien bewiesen wird, dass es Unterschiede zwischen den beiden Konsumentengruppen gibt – mit dem Risiko, dass darauffolgende Studien diese Fakten widerlegen?

Je bunter, desto besser!

Mehr Vitamine? Weniger Schadstoffe?

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2014 [1] untersuchte in 343 Studien den Mikronährstoff- und Schadstoffgehalt von biologischen und konventionellen Kultur- und Feldfrüchten. Ein höherer Gehalt des giftigen Schwermetalls Cadmium und ein viermal häufigerer Nachweis von Pestizidrückständen in den untersuchten konventionellen Lebensmitteln konnte dadurch bewiesen werden.
Dieselbe Meta-Analyse konnte auch beweisen, dass der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen in biologisch erzeugten Pflanzen höher ist, als in Konventionellen. Diese sekundären Pflanzenstoffe reduzieren wiederum das Risiko an chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Herzkreislauferkrankungen oder Krebs zu erkranken.

BIO-Milchprodukte

Eine weitere Meta-Analyse aus dem Jahr 2012 [2] befasste sich mit den Unterschieden zwischen biologischen und konventionellen Milchprodukten. Wieder konnte bestätigt werden, dass gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie beispielsweise Eiweiß, α-Linolensäure und allgemein der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in biologischen Produkten höher war, als in Konventionellen. Dies könnte laut dieser Meta-Analyse jedoch aus den unterschiedlichen Fütterungs-Reglementierungen zwischen biologischem und konventionellem Vieh resultieren. Wenn Tiere durch eine gesündere Ernährung in der Lage sind, einen qualitativ hochwertigen Output zu liefern,… diesen Satz darf jeder für sich selbst beenden.

Schonende Bewirtschaftung dank BIO-Richtlinien

Nährstoffgehalte vergleichen

Eine Studie [3], die bereits 2001 durchgeführt wurde, beschäftigte sich ebenso mit der Frage, ob pflanzliche biologische Lebensmittel mehr gesundheitsfördernde oder weniger gesundheitsschädigende Stoffe beinhalten. Hierbei konnte nachgewiesen werden, dass biologisch produzierte Lebensmittel einen höheren Gehalt an Vitamin C, Eisen, Magnesium und Phosphor und weniger gesundheitsschädliche Nitrate enthalten.

Ist der Körper nun während Höchstleistungen beim sporteln oder permanent im Alltag damit beschäftigt, Umweltgifte unschädlich zu machen und/oder auszuscheiden, kann nicht die volle Leistungsfähigkeit für die eigentlichen Zwecke zur Verfügung stehen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass biologisch erzeugte Lebensmittel MEHR gesundheitsfördernde Stoffe und WENIGER gesundheitsschädigende Stoffe enthalten, was sich wiederum positiv auf unseren Gesundheitszustand auswirken kann. Dennoch konnte man derzeit noch nicht eindeutig nachweisen, dass BIO-Konsumenten deshalb weniger an Krankheiten leiden.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Pflanzlich-biologische Lebensmittel werden ohne chemische Pflanzenschutzmittel erzeugt,   welche über die Nahrung in den Körper gelangen würden.
  • Weiters haben biologisch gehaltene und gezüchtete Tiere ein besseres Leben durch artgerechte Tierhaltung und werden daher auch seltener mit Antibiotika behandelt.
  • Boden, Grundwasser und Umwelt werden durch biologischen Anbau geschützt, was die Zukunft für ein gesundes Bestehen auf dieser Erde deutlich verbessert.

Artgerechtere Tierhaltung

Autor: Christian Graber, BSc; Freiberuflicher Diätologe nähe Graz; Fokus: Sporternährung

Literatur:

 

[1] Marcin Barański, Dominika Średnicka-Tober, Nikolaos Volakakis, Chris Seal, Roy Sanderson, Gavin B. Stewart, Charles Benbrook, Bruno Biavati, Emilia Markellou, Charilaos Giotis, Joanna Gromadzka-Ostrowska, Ewa Rembiałkowska, Krystyna Skwarło-Sońta, Raija Tahvonen, Dagmar Janovská, Urs Niggli, Philippe Nicot and Carlo Leifert (2014). Higher antioxidant and lower cadmium concentrations and lower incidence of pesticide residues in organically grown crops: a systematic literature review and meta-analyses. British Journal of Nutrition, 112, pp 794-811. doi:10.1017/S0007114514001366.

 

Link: http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=9325471&fileId=S0007114514001366

 

[2] Palupi, E., Jayanegara, A., Ploeger, A. and Kahl, J. (2012), Comparison of nutritional quality between conventional and organic dairy products: a meta-analysis. J. Sci. Food Agric., 92: 2774–2781. doi: 10.1002/jsfa.5639

 

Link: http://www.readcube.com/articles/10.1002%2Fjsfa.5639?r3_referer=wol&tracking_action=preview_click&show_checkout=1&purchase_referrer=onlinelibrary.wiley.com&purchase_site_license=LICENSE_DENIED

 

[3] Virginia Worthington. The Journal of Alternative and Complementary Medicine. April 2001, 7(2): 161-173. doi:10.1089/107555301750164244.

 

Link: http://online.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/107555301750164244

Written by: christian

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